Das schönste Museum der Welt - Museum Folkwang bis 1933
Die erste große Sonderausstellung im Neubau des Museum Folkwang ist der einzigartigen Geschichte der Sammlung des Museums Folkwang und ihrer Entwicklung gewidmet.
Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion der Sammlung, die von Karl Ernst Osthaus 1902 in Hagen begründet und bald zu einem der wichtigsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst avancierte. Der bedeutendste Teil der Sammlung gelangte 1922 nach Essen, wo er mit dem von Ernst Gosebruch geleiteten Städtischen Kunstmuseum fusionierte. Das Museum Folkwang bezog 1929 in Essen einen eigenen, von Edmund Körner errichteten Bau am heutigen Standort.
Hier präsentierte sich die Sammlung in ihrer unvergleichlichen Fülle: Neben Meisterwerken von Edouard Manet, Paul Cézanne, Pierre Auguste Renoir, Paul Gauguin, Vincent van Gogh und Henri Matisse zeigte das Museum bedeutende Arbeiten des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und der frühen abstrakten Malerei. Im Dialog mit diesen Werken standen wie bereits in Hagen wertvolle Beispiele der alten und außereuropäischen Kunst. Der Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York, Paul J. Sachs, sagte bei einem Besuch in Essen 1932, das Folkwang sei das schönste Museum der Welt.
Die Nationalsozialisten unterbrachen die fortschrittliche Ankaufs- und Ausstellungspolitik des Museums und konfiszierten 1937 mehr als 1.400 Werke, darunter den bedeutendsten Teil der Gemäldesammlung. Die Kunstwerke wurden später legal verkauft und gehören heute zu den Meisterwerken großer Museen und Privatsammlungen im In- und Ausland, darunter Gemälde und Skulpturen von Wassily Kandinsky und Henri Matisse, Ernst Ludwig Kirchner und Franz Marc sowie Edvard Munch und Max Beckmann. Erst nach 1960 konnte das Museum Folkwang an seine große Tradition wieder anknüpfen und sich erneut zu einem der bedeutendsten Museen in Deutschland entwickeln.
Die Ausstellung in der Sonderausstellungshalle umfasst annähernd 400 Werke: Gemälde und Skulpturen der Moderne, ausgewählte Arbeiten auf Papier, sowie Objekte der alten und außereuropäischen Kunst. Sie bringt damit erstmals auch einen alten Schatz des Museums wieder ans Licht: Neben den Meistern der Moderne, Skulpturen und Objekte aus China und Japan, Griechenland und Ägypten, Java und Ozeanien.